Wo findet man eine EPD oder einen DPP: die EPD-Datenbank-Landschaft
Zusammenfassung
Zentrale Suche nach verifizierten Umweltdaten: Der Emidat Atlas bündelt über 150.000 EPDs von verschiedenen Programmbetreibern in einer einzigen, kostenlosen und benutzerfreundlichen Plattform und vereinfacht so den Zugang zu zuverlässigen Umweltproduktdaten für Beschaffung, Planung und Nachhaltigkeitsbewertungen.
Mühelose Datenorganisation: Die Plattform organisiert verifizierte EPDs in einer übersichtlichen Benutzeroberfläche, sodass es einfach ist, nach Produktkategorie, Region oder Programmbetreiber zu browsen – ohne komplexe Filter oder das Wechseln zwischen verschiedenen Datenquellen.
Die Zukunft der Digitalen Produktpässe (DPPs): Das Suchwerkzeug dient als Grundlage für ein einheitliches Umweltdaten-Ökosystem und wird sich zu einem Digitalen Produktpass (DPP) und Vergleichstool weiterentwickeln – im Einklang mit der europäischen Bauproduktenverordnung (CPR), um die Datenmeldung und -nutzung zu vereinheitlichen.
Wo findet man Umweltproduktdaten?
Eine Umweltproduktdeklaration (EPD) ist eine Typ-III-Umweltproduktdeklaration. Diese Art von Deklarationen folgt den internationalen ISO-14040-Normen, wird von einer unabhängigen dritten Partei verifiziert und von einem Programmbetreiber veröffentlicht. Es gibt rund 30 relevante Programmbetreiber in Europa, viele davon mit eigener Datenbank. Daher sind veröffentlichte Umweltproduktdaten über verschiedene Datenbanken, Formate und unterschiedliche Vertrauensniveaus – je nach Programmbetreiber – verstreut.
Organisationen wie Eco-Platform (Europa) und EC3 (Vereinigte Staaten) arbeiten daran, Standards zwischen den Programmbetreibern zu harmonisieren, die gegenseitige Anerkennung zu stärken und deren Daten zu bündeln. Obwohl diese Organisationen enorm wichtige Arbeit für das gesamte Ökosystem leisten, verfügen sie nicht über die Ressourcen (oder die Absicht), benutzerfreundliche Endnutzer-Technologieprodukte zu entwickeln oder die Datenqualität und -konsistenz sicherzustellen, die für die Arbeit mit diesen Daten erforderlich ist.
Die Datenbanklandschaft für EPDs sieht heute in etwa so aus:
Wie werden meine Produktdaten verwendet?
Wir sehen zwei Arten von Lösungen, die auf diese Probleme eingehen, um die Nutzung von Daten zu ermöglichen:
1. Technologieunternehmen, die mit der Nutzbarkeit von Daten Geld verdienen
Auf der Anwenderseite der Umweltproduktdaten geht es in der Regel um Planung oder Beschaffung. Im Bauwesen gibt es mehrere LCA-Tools auf Gebäudeebene, die sich an Architekten und Projektentwickler richten. Diese Unternehmen verdienen ihr Geld damit, Umweltdaten einfach nutzbar zu machen – sie „konsumieren" Daten aus entsprechenden Datenbanken. Solche Lösungen ermöglichen es Bauträgern, höhere Preise für ihre Gebäude zu erzielen (z. B. durch Zertifizierungen wie LEED, BREEAM oder DGNB), günstigere Konditionen bei Bankdarlehen zu erhalten (z. B. über das QNG) oder nationale gesetzliche Vorgaben einzuhalten (z. B. die Einhaltung von CO₂-Grenzwerten in den Niederlanden oder Dänemark). Sie sind wirtschaftlich darauf angewiesen, dem Endnutzer einen echten Mehrwert zu bieten.
2. Nationale Datenbanken mit zusätzlichen Qualitätsanforderungen
Um die Datenqualität sicherzustellen, gibt es strenge nationale Datenbanken wie die Ökobaudat (Deutschland) und die NMD (Niederlande), die nur bestimmten Programmbetreibern die Veröffentlichung erlauben – oft verbunden mit zusätzlichen Anforderungen und Qualitätsprüfungen. Das ist sinnvoll, da diese Datenbanken die Umweltauswirkungen von Produkten in der Regel mit finanziellen Anreizen verknüpfen: Ausschreibungsverfahren, Zinssätze für Bankdarlehen und große Investitionsentscheidungen hängen von ihrer Genauigkeit ab. Ihre Aufgabe ist es, die Bewertung der Umweltauswirkungen von Produkten vergleichbar zu machen.
Allerdings gibt es auch Kritik daran, dass dies dem Gedanken eines offenen Binnenmarkts widerspricht – und bei Emidat erleben wir dieses Problem täglich in der Praxis: Ein deutscher Hersteller, der in mehrere europäische Märkte liefert, muss seine Umweltdaten für Frankreich (Veröffentlichung in INIES), die Niederlande (Veröffentlichung in der NMD) und den Rest Europas (Veröffentlichung über EPD Global oder EPD International bei Eco-Platform) jeweils neu aufbereiten. Er zahlt dreimal – für drei verschiedene Berater und drei verschiedene Herausgeber – um ein und dasselbe Produkt zu berechnen. Dabei werden Dokumente gesammelt, aber keine relevanten Informationen gewonnen, die tatsächlich zur Reduktion beitragen. Dennoch ist er dazu gezwungen, weil er sein Produkt sonst auf den lokalen Märkten nicht vertreiben kann.
Genau hier setzt die Bauproduktenverordnung (CPR) an, die auf eine europaweite Harmonisierung der Standards abzielt. Sie soll die Umweltbilanzierung, die heute bereits auf nationaler Ebene stattfindet, vereinfachen und vereinheitlichen sowie alle Produktmeldungen im Digitalen Produktpass (DPP) bündeln. Wenn das gut umgesetzt wird, sollte dies den Verwaltungsaufwand für Hersteller tatsächlich verringern – und nicht erhöhen!
Es ist der Bloomberg-Moment in der Umweltbilanzierung.
Wie wird die CPR die Datenbanklandschaft verändern?
Die Europäische Union hat bereits kommuniziert, dass sie keine zentrale Datenbank für digitale Produktpässe bereitstellen wird. Stattdessen wird es mehrere dezentrale Datenbanken privater Anbieter geben, die festgelegte Richtlinien einhalten und einen einfachen Datentransfer von einer Datenbank zur anderen ermöglichen müssen – damit Nutzer diejenige wählen können, die am besten zu ihren Bedürfnissen passt. Das ähnelt dem Modell der Mobilfunkanbieter: Sie verwalten Ihre Rufnummer, müssen aber einen unkomplizierten Wechsel zu einem anderen Anbieter ermöglichen.
Welche privaten Anbieter diese Datenbanken künftig betreiben werden, ist noch unklar – aber der Emidat Atlas wird sich zu einer dieser Lösungen weiterentwickeln.
Wir präsentieren: den Emidat Atlas
Da viele Tools entweder auf die Bedürfnisse der Endnutzer oder auf nationale Qualitätsdaten ausgerichtet sind, entstand eine offensichtliche Lücke: eine einfache, kostenlose und qualitativ hochwertige Suche, die die mühsam zusammengestellten verifizierten Produktdaten leicht zugänglich macht. Bei Emidat sind wir der Überzeugung, dass das Finden und Interpretieren von Produktdaten kostenlos sein sollte – und es auch sein wird.
Wir haben verfügbare Daten zu mehr als 150.000 Produkten weltweit aggregiert, angereichert und bereinigt. Wir haben eine ansprechende, benutzerfreundliche Oberfläche entwickelt und launchen den Emidat Atlas als Ihre kostenlose Suche zum Finden und Arbeiten mit Umweltproduktdaten. Das Tool bündelt verifizierte EPDs von mehreren Programmbetreibern an einem Ort und präsentiert sie auf eine Weise, die einfach zu durchsuchen, zu navigieren und zu verstehen ist. Es soll jedem helfen, der schnell zuverlässige Informationen benötigt – ob für Beschaffungsentscheidungen, Planungsentscheidungen oder Nachhaltigkeitsbewertungen – ohne zwischen verschiedenen Datenbanken oder Formaten wechseln zu müssen, und immer mit direktem Link zur Originaldatenbank.
Emidat ist das erste Technologieunternehmen, das diese Suche durch hochwertige EPD-Erstellung für Hersteller querfinanzieren kann. Diese Suche ist und bleibt für Nutzer kostenlos und wird in Zukunft zu einer DPP/CPR-konformen Datenbank werden.
Damit können Sie:
Verifizierte Produktdaten an einem Ort suchen und filtern – und sicherstellen, dass Ihre EPD tatsächlich verifiziert und veröffentlicht ist
Nach Produktkategorie, Region oder Programmbetreiber browsen
Wichtige Kennzahlen durch klare Zusammenfassungen erfassen
Direkt per Link zur Originalquelle springen
Demnächst: Produkte vergleichen und benchmarken
Dieser Launch legt den Grundstein für ein einheitliches Umweltdaten-Ökosystem, in dem EPDs und Digitale Produktpässe über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg gefunden, verstanden und genutzt werden können.
Das Suchwerkzeug ist ab sofort verfügbar – und kostenlos 💚. Hier geht's zum Atlas.
Was als nächstes kommt
Wir arbeiten bereits an der nächsten Welle von Funktionen, die die Plattform noch leistungsfähiger machen werden. Eine dedizierte Vergleichsansicht ist in Arbeit, weitere Programmbetreiber werden hinzugefügt, und ein API-Zugang wird die Tür zu tieferen Integrationen öffnen. Ein Chatbot wird bei häufigen Aufgaben unterstützen und Nutzern helfen, sich einfacher durch die Daten zu navigieren. Wenn Sie zu den Ersten gehören möchten, die diese neuen Funktionen nutzen, tragen Sie sich in die Warteliste ein und verfolgen Sie den Fortschritt, während jede Funktion live geht.