In dieser Phase werden die Emissionen während der Nutzung, der Energieverbrauch, der Wartungsbedarf und die Auswirkungen des Austauschs erfasst.
Während viele Baumaterialien nur minimale Auswirkungen in der Nutzungsphase haben, weichen einige Produkte von diesem Muster ab.Beispielsweise können elektronische Systeme wie HLK-Anlagen oder Beleuchtungsanlagen vergleichsweise geringere Auswirkungen in der A-Phase haben, aber aufgrund des Stromverbrauchs oder von Kältemittelleckagen während der Nutzung erhebliche Emissionen verursachen. In diesen Fällen dominieren die B-Phasen den ökologischen Fußabdruck.
Auch im Bauwesen gibt es Ausnahmen. Betonfertigteile können beispielsweise je nach Wartungshäufigkeit, Reparaturanforderungen oder thermischer Leistung im Laufe der Zeit relevante Auswirkungen in der B-Phase haben. Diese Fälle sind zwar seltener, sollten aber dennoch berücksichtigt werden.
Wichtige Faktoren und Beispiele:
- Der Betriebsenergieverbrauch für Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Klimatisierung (HLK) oder andere aktive Systeme dominiert häufig den Fußabdruck in der Nutzungsphase, insbesondere in Gewerbe- oder Dienstleistungsgebäuden.
- Beispiel: HLK-Systeme
- Heiz- und Kühlsysteme können in einigen Gebäuden mehr als 50–80 % des gesamten Lebenszyklus-GWP ausmachen, insbesondere wenn sie mit Strom aus fossilen Brennstoffen betrieben werden.
- Kältemittelleckagen aus Kühl- und Heizsystemen können ein viel höheres GWP haben als der Betriebsenergieverbrauch selbst, insbesondere wenn Gase mit hohem GWP wie HFKW verwendet werden.
- Beispiel: Klimaanlagen und Wärmepumpen
- Das Austreten von Kältemittelgasen wie R-410A oder R-134A während des Betriebs oder der Wartung kann die inhärenten Emissionen des Geräts übersteigen. Ein Kilogramm ausgetretenes R-410A entspricht ~2 Tonnen CO₂e.
- Wartungs- und Austauschzyklen tragen zu langfristigen Material- und Energieauswirkungen bei, insbesondere wenn Komponenten eine kurze Lebensdauer haben oder häufig repariert werden müssen.
- Beispiel: Neulackierung von Verkleidungen
- Äußere Holz- oder beschichtete Metallpaneele müssen möglicherweise alle 5–10 Jahre neu lackiert werden, was zu wiederholten B2-Emissionen führt, die sich im Laufe der Zeit summieren.
- Der Wasserverbrauch während des Betriebs, insbesondere für Sanitäranlagen und -geräte, beeinflusst das Wasserentzugspotenzial (WDP) und den Energieverbrauch (für die Erwärmung).
- Beispiel: Sanitärarmaturen
- Toiletten, Wasserhähne und Duschen, insbesondere ältere Modelle, können einen erheblichen Teil der B7-Auswirkungen ausmachen, insbesondere in Mehrfamilienhäusern.
❗️Hinweis: Bei vielen Baumaterialien (z. B. Beton, Holz, Dämmstoffe) sind die Auswirkungen der B-Phase vernachlässigbar oder gleich Null.
Wie man sie reduzieren kann:
- Verwenden Sie langlebige, wartungsarme Materialien.
- Wählen Sie energieeffiziente HLK- und Beleuchtungssysteme.
- Spezifizieren Sie Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial und intelligente Steuerungen.
- Entwerfen Sie modulare Komponenten, die sich leicht reparieren oder aufrüsten lassen.
- Installieren Sie wassersparende Armaturen und Geräte.