26.11.2025

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5 Min Lesezeit

Zentrale Erkenntnisse

  • EPDs zeigen mehr als nur CO₂. Während das Treibhauspotenzial (GWP) meist im Fokus steht, bedeutet echte Nachhaltigkeit, auch andere Wirkungskategorien wie Wasserverbrauch, Luftverschmutzung und Ressourcenabbau zu berücksichtigen.
  • Rohstoffgewinnung und Produktion sind oft die größten Treiber, doch auch Transport, Einbau, Nutzung und Entsorgung können je nach Produkt erhebliche Auswirkungen haben.
  • Nur durch die Analyse des gesamten Fußabdrucks können Hersteller, Planer und Bauherren die wirklich relevanten Umweltauswirkungen reduzieren – nicht nur das CO₂.

Wichtige Wirkungskategorien über Kohlenstoff hinaus

Diese Indikatoren stehen für die verschiedenen „Ausgabenkategorien“ in Ihrem Umweltbudget – jeder einzelne gibt einen Teil der Geschichte wieder.

  • Versauerungspotenzial (AP): Steht im Zusammenhang mit saurem Regen und Bodendegradation (mol H⁺ eq). Umfasst Emissionen wie SO₂ und NOₓ.
  • Photochemisches Ozonbildungspotenzial (POCP): Misst den Beitrag zu Smog und Luftverschmutzung in Städten (kg NMVOC-Äquivalent).
  • Ozonabbaupotenzial (ODP): Spiegelt die Schädigung der Ozonschicht wider (kg CFC-11-Äquivalent).
  • Abiotisches Verarmungspotenzial – Fossil (ADPF): Verfolgt die Nutzung fossiler Brennstoffressourcen (MJ).
  • Abiotisches Verarmungspotenzial – Elemente (ADPE): Misst die Verarmung nicht erneuerbarer Mineralien (kg Sb-Äquivalent).
  • Wassernutzung (z. B. Wasserentnahmepotenzial, WDP): Erfasst die Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Süßwasser und Ökosysteme (m³ entnommen).

Fazit: Niedrige Kohlenstoffemissionen bedeuten nicht immer geringe Auswirkungen. Ein Produkt kann zwar beim GWP gut abschneiden, aber dennoch erhebliche Auswirkungen auf die Versauerung, die Wasserknappheit oder andere Umweltbelastungen haben.

what is nmd?

The NMD (National Environmental Database) is a public platform storing EPDs and supporting validated calculation tools for building environmental performance. It is analogous to Ökobaudat in Germany or INIES in France - a state-acknowledged database that ensures that product data is comparable.

Note: When NMD talks about “calculation tools”, what this means are building level LCA tools (not product LCAs / EPDs!) - these tools work based on the EPDs published in NMD.

What are the requirements to publish in nmd?

NMD developed their own guidelines to ensure that calculations are fair, transparent, and traceable. To publish into the database, as a manufacturer you need to:

  • have an EPD following EN15804+A2 and the Dutch Assessment Method (“Bepalingsmethode / PCR-NL”),
  • include a so-called environmental cost indicator (ECI) or - (MKI) in Dutch - a Milieukostenindicator, and
  • verify with an NMD-qualified verifier.

what is the mki or eci?

The MKI (Milieukostenindicator) or ECI (Environmental Cost Indicator) is a single value that translates a product's total environmental impact into Euros. It’s used primarily in the Dutch construction industry, required in public tenders, and published in the Dutch EPD Database NMD. The MKI (ECI) is computed by multiplying impact results by Dutch shadow-cost factors updated regularly by NMD and then summing up the results.

So sieht das in der Praxis aus: Dieses Radardiagramm zeigt den ökologischen Fußabdruck eines Betonstahlprodukts. Trotz seines moderaten CO₂-Fußabdrucks (2,403 kg CO₂e/kg) weist das Produkt in Kategorien wie Wasserverschwendung, Versauerung und Verbrauch fossiler Brennstoffe erhebliche Auswirkungen auf.

Das Diagramm veranschaulicht, warum es wichtig ist, alle Wirkungskategorien zu analysieren, nicht nur CO₂. Ein Produkt, das in einem Bereich nachhaltig erscheint, kann dennoch an anderer Stelle im System Belastungen verursachen.

Um eine nachhaltige Produktgestaltung zu unterstützen, müssen wir den gesamten Lebenszyklus bewerten, hier dargestellt für die Phasen A1–A3 (Rohstoffgewinnung und Produktion), und den Blick bis zu den End-of-Life-Phasen erweitern, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

what methodological standards must the epd follow to publish in the nmd?

Currently, two sets of indicators need to be calculated:

  • A1 set (legacy): 11 categories used historically for the single score MKI/ECI (Environmental Costs Indicator).
    • Set A1 data uses Ecoinvent 3.6. NMD publishes its own process database aligned to these versions.
  • A2 set (current/forward): 19 categories in line with EN 15804+A2
    • For Set A2 data, Ecoinvent 3.9.1 is required from 01.01.2025 (with a 6-month transition period).

In practice, this means that LCA consultants or experts have double the work because for each input, two different datasets are researched and two different LCA outputs are calculated.

Rohstoffphase (A1): Häufig die größte Emissionsquelle

Wichtige Einflussfaktoren und Beispiele

  • Kohlenstoffintensive Inputs wie Zementklinker, Primärstahl, Polymere und Schaumstoffe.
  • Beispiel: Normaler Portlandzement (OPC)
  • Produziert aufgrund seines hohen Klinkeranteils und der Verbrennung fossiler Brennstoffe während der Kalzinierung ~803 kg CO₂/Tonne.
  • Beispiel: Neuhergestellte Stahlbewehrung
  • Emittiert ~850 kg CO₂/Tonne, hauptsächlich aufgrund des energieintensiven Prozesses der Eisenerzreduktion in Hochöfen.
  • Ressourcenintensive Gewinnung aus Bergbau und Steinbrüchen kann den ADP-Wert und den Wasserverbrauch erhöhen.
  • Beispiel: Gips
  • Obwohl Gips nur in geringen Mengen verwendet wird, kann der Gipsabbau den abiotischen Verbrauch von Elementen (ADPE) dominieren und in einigen Zement-EPDs bis zu 76 % zum ADPE-Wert beitragen.
  • Hohe Mengen bedeuten, dass selbst Materialien mit moderaten Auswirkungen insgesamt erheblich ins Gewicht fallen können.
  • Beispiel: EPS-Dämmung
  • Emissionen von ~3,9 kg CO₂/kg. Aufgrund seiner geringen Dichte und seiner weit verbreiteten Verwendung (z. B. in Wänden, Dächern und Dämmschichten) kann es bei Verwendung in großen Mengen zu einem dominierenden Faktor für das gesamte Treibhauspotenzial und den Verbrauch fossiler Ressourcen werden.

Wie man den Verbrauch reduzieren kann:

  • Verwendung von umweltfreundlicheren Alternativen (z. B. Zusatzstoffe für Zement)
  • Erhöhung des Anteils an recycelten oder biobasierten Inhaltsstoffen
  • Anwendung von Lean-Design-Prinzipien zur Reduzierung des Gesamtmaterialverbrauchs

Transport (A2 & A4): Oft unterschätzt, aber mit großer Wirkung

Wichtige Einflussfaktoren und Beispiele:

  • Lange Transportwege und schwere Ladungen erhöhen die Emissionen, insbesondere beim internationalen Transport von Materialien.
  • Beispiel: Importierte Bodenbeläge
  • In einer EPD trug der Transport etwa 15 % zum gesamten GWP des Produkts bei, was hauptsächlich auf den Fernverkehr und die Straßentransporte zwischen den Regionen zurückzuführen war.
  • Produkte mit geringer Dichte erfordern mehr Lkw-Ladungen, um die gleiche Masse zu transportieren, was die Emissionen erhöht.
  • Beispiel: EPS- oder Mineralwolle-Dämmung
  • Diese Materialien sind sperrig, aber leicht, sodass sie den Laderaum von Lkw ausfüllen, bevor sie das Gewichtslimit erreichen. Das führt zu mehr Fahrten und höheren Emissionen pro gelieferter Tonne.
  • Dieselabgase tragen zur Versauerung (AP) und Smogbildung (POCP) bei.
  • Beispiel: Fernverkehr
  • Bei Produkten, die auf der Straße transportiert werden, insbesondere über Hunderte von Kilometern, kann die Verbrennung von Dieselkraftstoff zu Nicht-Kohlenstoff-Hotspots wie Versauerung und Ozonvorläuferemissionen führen.

Wie man das reduzieren kann:

  • Beziehen Sie Produkte aus der Region
  • Optimieren Sie die Lkw-Beladung und Routenplanung
  • Steigen Sie auf Elektro- oder Biokraftstoffflotten um

what is the role of the MRPI in the context of ECIs and nmd publication?

MRPI is a Dutch program operator that has NMD-qualified verifiers and offers a building-level LCA tool which is validated under NMD. (A full list of validated building-level calculation tools can be found here.) MRPI is analogous to other program operators verifying and publishing EPDs on the European Eco-Platform has applied to become a notified body to verify under the new construction products regulation (CPR).

what is the easiest way to get my existing epd into nmd?

Ideally, you have created your EPD with a digital solution like Emidat, focused on making the translation between different standards (EN15804+A1, EN15804+A2, ISO21930) and the publication to different databases (e.g. Ökobaudat, NMD, INIES) simple. Then, the output of NMD-compliant is either one single click or one call away (depending on your license model).

Otherwise, you will need to ask your consultant or tool-provider to use your existing background report to recalculate the LCA.

Montage (A5): Kleine Bühne, große Gewinne

Wichtige Faktoren und Beispiele:

  • Die Energie für die Installation von Werkzeugen, Kränen und Generatoren kann insbesondere bei großen oder ausrüstungintensiven Projekten zu erhöhten CO₂- und Luftschadstoffemissionen führen.
  • Beispiel: Einsatz von Kränen und Generatoren während der Installation
  • In einem Fall machte der während der Installation verbrauchte Kraftstoff bis zu 10 % des kombinierten A4 + A5 GWP aus, insbesondere wenn dieselbetriebene Geräte über längere Zeiträume liefen.
  • Hilfsstoffe wie Klebstoffe, Fugenmörtel, Beschichtungen und Klebebänder sind zwar volumenmäßig gering, können aber eine hohe Umweltbelastung verursachen.
  • Beispiel: Bodenbelagskleber
  • In einer EPD für einen Holzwerkstoffboden trug der Verlegekleber allein ~9 % zum gesamten GWP bei und lag damit fast auf dem Niveau der Emissionen aus dem gesamten Energieverbrauch der Fabrik.
  • Abfallaufkommen aus Verschnitt, Verpackungen und Restmaterial erhöht den effektiven Fußabdruck jedes Kilogramms Rohstoff, insbesondere wenn dieser deponiert oder verbrannt wird.
  • Beispiel: Trockenbaumaterials
  • Etwa 20 % des Trockenbaumaterials können als Verschnittabfälle vor Ort anfallen, was bedeutet, dass die vorgelagerten A1–A3-Auswirkungen dieses Materials für jeden weggeworfenen Abschnitt effektiv wiederholt werden.
  • Emissionsstoffe vor Ort wie VOCs aus Lösungsmitteln oder Klebstoffen oder Feinstaub aus Schneide- und Schleifarbeiten können zur Smogbildung (POCP) und zu lokalen Gesundheitsbeeinträchtigungen beitragen.

Wie man sie reduzieren kann:

  • Verwenden Sie Fertigbauteile, um Abfall vor Ort zu reduzieren.
  • Bieten Sie Anleitungen für umweltschonende Installationsmethoden an.
  • Verbessern Sie die Effizienz der Anlagen.
  • Fördern Sie intelligente Verpackungen und Recycling.

B1–B7: Hier zeigen sich die betrieblichen Auswirkungen

In dieser Phase werden die Emissionen während der Nutzung, der Energieverbrauch, der Wartungsbedarf und die Auswirkungen des Austauschs erfasst.

Während viele Baumaterialien nur minimale Auswirkungen in der Nutzungsphase haben, weichen einige Produkte von diesem Muster ab.Beispielsweise können elektronische Systeme wie HLK-Anlagen oder Beleuchtungsanlagen vergleichsweise geringere Auswirkungen in der A-Phase haben, aber aufgrund des Stromverbrauchs oder von Kältemittelleckagen während der Nutzung erhebliche Emissionen verursachen. In diesen Fällen dominieren die B-Phasen den ökologischen Fußabdruck.

Auch im Bauwesen gibt es Ausnahmen. Betonfertigteile können beispielsweise je nach Wartungshäufigkeit, Reparaturanforderungen oder thermischer Leistung im Laufe der Zeit relevante Auswirkungen in der B-Phase haben. Diese Fälle sind zwar seltener, sollten aber dennoch berücksichtigt werden.

Wichtige Faktoren und Beispiele:

  • Der Betriebsenergieverbrauch für Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Klimatisierung (HLK) oder andere aktive Systeme dominiert häufig den Fußabdruck in der Nutzungsphase, insbesondere in Gewerbe- oder Dienstleistungsgebäuden.
  • Beispiel: HLK-Systeme
  • Heiz- und Kühlsysteme können in einigen Gebäuden mehr als 50–80 % des gesamten Lebenszyklus-GWP ausmachen, insbesondere wenn sie mit Strom aus fossilen Brennstoffen betrieben werden.
  • Kältemittelleckagen aus Kühl- und Heizsystemen können ein viel höheres GWP haben als der Betriebsenergieverbrauch selbst, insbesondere wenn Gase mit hohem GWP wie HFKW verwendet werden.
  • Beispiel: Klimaanlagen und Wärmepumpen
  • Das Austreten von Kältemittelgasen wie R-410A oder R-134A während des Betriebs oder der Wartung kann die inhärenten Emissionen des Geräts übersteigen. Ein Kilogramm ausgetretenes R-410A entspricht ~2 Tonnen CO₂e.
  • Wartungs- und Austauschzyklen tragen zu langfristigen Material- und Energieauswirkungen bei, insbesondere wenn Komponenten eine kurze Lebensdauer haben oder häufig repariert werden müssen.
  • Beispiel: Neulackierung von Verkleidungen
  • Äußere Holz- oder beschichtete Metallpaneele müssen möglicherweise alle 5–10 Jahre neu lackiert werden, was zu wiederholten B2-Emissionen führt, die sich im Laufe der Zeit summieren.
  • Der Wasserverbrauch während des Betriebs, insbesondere für Sanitäranlagen und -geräte, beeinflusst das Wasserentzugspotenzial (WDP) und den Energieverbrauch (für die Erwärmung).
  • Beispiel: Sanitärarmaturen
  • Toiletten, Wasserhähne und Duschen, insbesondere ältere Modelle, können einen erheblichen Teil der B7-Auswirkungen ausmachen, insbesondere in Mehrfamilienhäusern.

❗️Hinweis: Bei vielen Baumaterialien (z. B. Beton, Holz, Dämmstoffe) sind die Auswirkungen der B-Phase vernachlässigbar oder gleich Null.

Wie man sie reduzieren kann:

  • Verwenden Sie langlebige, wartungsarme Materialien.
  • Wählen Sie energieeffiziente HLK- und Beleuchtungssysteme.
  • Spezifizieren Sie Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial und intelligente Steuerungen.
  • Entwerfen Sie modulare Komponenten, die sich leicht reparieren oder aufrüsten lassen.
  • Installieren Sie wassersparende Armaturen und Geräte.

    Automatisieren Sie Ihre EPDs.
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